Die Grundannahmen des NLP

NLP ist eine Gebrauchtsanleitung für Dein Gehirn
~ Richard Bandler ~

In den folgenden Minuten wirst Du einen Einblick erhalten, was NLP bedeutet, wo es herkommt und was die wichtigsten Grundannahmen daraus sind, und welche Folgen sie für Dein Leben haben können. Und Du erfährst, auf welcher Basis ich mit Menschen arbeite.

Das Neuro-Linguistische Programmieren (NLP) ist lt. Wikipedia eine Sammlung von Kommunikationstechniken und Methoden zur Veränderung psychischer Abläufe im Menschen, die unter anderem Teile aus der Klientenzentrierten Therapie, der Familientherapie, der Gestalttherapie, der Hypnotherapie und den Kognitionswissenschaften sowie des Konstruktivismus aufgreift. Die Bezeichnung „Neuro-Linguistisches Programmieren“ soll ausdrücken, dass Vorgänge im Gehirn (Neuro) mit Hilfe der Sprache (linguistisch) auf Basis systematischer Handlungsanweisungen änderbar sind (Programmieren).
Dies kann mit ganz unterschiedlichen Techniken und Formaten funktionieren, wie oben bereits erwähnt.

Das Neuro-Linguistische Programmieren wurde von dem damaligen Mathematik- und Informatikstudenten Richard Bandler und dem Linguisten John Grinder zu Beginn der 1970er Jahre an der University of California in Santa Cruz entdeckt. Es war als neues Verfahren der Kurzzeit-Psychotherapie entwickelt worden. So definierten die Beiden NLP als das Studium der Struktur subjektiver Erfahrung und der Folgerungen daraus. Grinder war zeitweise Assistent bei Gregory Bateson, dem ebenfalls ein Einfluss auf das NLP nachgesagt wird. Richard Bandler und John Grinder präsentierten in ihrer ersten Publikation, ein Modell erfolgreicher sprachlicher Interventionen, das sie aus dem Studium von Virginia Satir, Milton H. Erickson und Fritz Perls gewonnen hatten. Es stellte sich heraus, das mit einfachen Mittel schnelle Veränderungen bei Menschen möglich sind, die vorher einen längeren Zeitraum in Anspruch genommen haben.

Als Basis für die Arbeit an den Menschen wurden mehrere Grundannahmen formuliert, auf dessen Basis das NLP überhaupt funktioniert. Gegenüber der herkömmlichen traditionellen Psychologie, die sich meistens mit der Beschreibung und Kategorisierung von Problemen, und der Suche nach den Ursprüngen in der Vergangenheit beschäftigte, interessierte es die Entwickler des NLP viel eher, wie unsere Gedanken, Handlungen und Gefühle hier und jetzt für ein Zusammenwirken sorgen, und damit unsere Erfahrungen entstehen lassen. Aufgrund von Untersuchungen aus der Biologie, der Linguistik und der Informationswissenschaft, entstanden neueste Erkenntnisse über die Funktionsweise unsere Gehirns, woraus dann die NLP-Leitsätze oder auch -Grundannahmen abgeleitet wurden.
Wenn ich alle Grundannahmen zusammenfassen müsste, dann würde ich sagen: “Der Mensch funktioniert perfekt”.

Unsere spezifischen Gedanken, Handlungen und Gefühle erzeugen unablässig individuelle Resultate. Ob ich dann mit dem Resultat zufrieden bin, oder auch nicht, ich erhalte in jedem Fall wieder das gleiche Ergebnis, wenn ich die entsprechenden Gedanken, Handlungen und Gefühle wiederhole. Das Ganze ist also ein perfektes System. Daraus läßt sich schließen, das wenn ich ein anderes Ergebnis haben möchte, ich meine Gedanken, Handlungen und/ oder Gefühle so verändere, das sie dem gewünschten Resultat entsprechen. Denn sobald ich verstehe, wie ich meine Gedanken und Gefühle produziere, und gewisse Ansichten und Zustände aufrecht erhalte, kann ich auch nachvollziehbare Änderungen genau in diesen Bereichen herbeiführen. Die NLP-Grundannahmen sind daher also genau die Grundlagen für diese Art von Arbeit.

Die NLP Grundannahmen

Die Landkarte ist NICHT das Gebiet

Das bedeutet im NLP, das unsere mentale Vorstellung von der Welt NICHT die Welt ist. Wir nehmen nur an, das sie so ist und reagieren damit auf unsere Landkarten, und nicht auf die Welt als solches. Du kannst das Wort Landkarte auch durch das Wort Vorstellung ersetzen.
Als Beispiel stell Dir einfach mal einen großen Ozean vor. Welche Gefühle oder Ansichten verbindest Du mit diesem Bild? Die einen sehen darin eine Urgewalt, die sehr bedrohlich erscheint, während andere überglücklich das Rauschen der Wellen hören können und in einen tiefen Zustand der Entspannung gleiten. Damit zeigt sich, wie unterschiedlich Landkarten sein können und wir können sagen, das die mentalen Landkarten, insbesondere die unserer Gefühle und Interpretationen, sich mit dieser Annahme ganz leicht verändern lassen. So ist es möglich, das ein Mensch nach nur einer Sitzung einen vorher als bedrohlich empfundenen Ozean plötzlich ganz entspannt und wunderschön betrachtet.
Und wie sagte schon Henry Ford vor über 100 Jahren: “Ob du denkst, du kannst es oder du kannst es nicht – in beiden Fällen hast du Recht.”

Jede Erfahrung hat eine Struktur

Unsere Gedanken und Erinnerungen weisen gewisse Muster auf. Wenn ich diese Muster oder Strukturen verändere, verändere ich damit auch meine Erfahrung ganz automatisch. So lassen sich unangenehme Erinnerungen neutralisieren oder verändern und in manchen Fälle sogar in Erinnerungen verwandeln, die uns helfen und stärken.
Auch positive Erinnerungen können durch das Verstehen der Strukturen verändert werden. Wenn Du diese weiter verstärkst, können sie Dir somit nützlicher sein und Dich im weiteren Leben noch besser unterstützen.

Wenn ein Menschen etwas Bestimmtes tun kann, dann kann das auch jeder andere Menschen erlernen

Du kannst Dir durch das Erlernen mentaler Landkarten besonders erfolgreicher Menschen Fähigkeiten aneignen und diese für Dich selbst nutzen. Das heißt, egal was jemand in seinem Leben gelernt hat, mit dem Herausfinden der Strukturen wie er dazu gekommen ist, hast Du zumindest einen Weg gefunden, um das gleiche Ergebnis zu erhalten. Und das Lustige ist, das es ja meist mehrere Wege nach Rom gibt, die man dann entdeckt.
Bisher sind zu viele Menschen davon ausgegangen, das bestimmte Dinge für sie unmöglich seien, obwohl sie es nie versucht haben. Es hat sich allerdings als nützlich erwiesen, anzunehmen, das Alles für Dich möglich ist. Denn sollte es tatsächlich zu einer physikalischen oder situativen Grenze kommen, dann wirst Du das bei nächster Gelegenheit erfahren.

Geist und Körper sind Teile des gleichen Systems

Unsere Gedanken beeinflussen wirklich unmittelbar unsere Muskelspannungen, unsere Atmung, unsere Gefühle und vieles andere, und dadurch werden wiederum unsere Gedanken beeinflusst. Manchmal erscheint es, wie ein unumkehrbarer Prozess. Du kennst das sicherlich, oder? Beispiele hierfür können z.B. vergangener Liebeskummer sein, oder jemand fühlt sich einfach zu dick. Wie macht er das? Wo fängt es an, wo hört es auf? Einige Lösungen hast Du sicher selber schon herausgefunden, oder?
Wenn wir also lernen, eine der beiden Seiten, also entweder unsere Gedanken oder unsere Gefühle, zu verändern, dann haben wir gleichzeitig auch gelernt die andere Seite zu verändern und damit sind einfachste Lösungen möglich.

Alle Ressourcen, die Du brauchst, liegen bereits in Dir

Mentale Bilder, innere Stimmen, Empfindungen und Gefühle sind Grundbausteine unserer mentalen und physischen Ressourcen. Du kannst sie benutzen, um jeden Gedanken, jedes Gefühl, jede Fähigkeit zu entwickeln, die Du Dir wünscht und Du kannst sie schließlich überall im Leben dort einsetzen, wo Du willst oder wo Du sie am dringensten brauchst.
Damit kannst Du also jedes Ziel erreichen, begleitetet vom richtigen Gefühl und der passenden mentalen Einstellung. Das Lernen gehört natürlich ebenso dazu, und ist ein Prozess. Erinnere Dich zum Beispiel einmal daran, wie Du gelernt hast zu Schreiben oder zu gehen…

Wir können nicht NICHT kommunizieren

Wir kommunzieren ständig, zumindest nonverbal, und Worte sind dabei oft ein eher unwichtiger Faktor.
Ein Seufzen, ein Lächeln oder auch ein Blick sagt manchmal mehr als Worte. Selbst Gedanken und unsere innere Stimme sind Mitteilungen an uns selbst und andere Menschen können sie in unseren Augen, dem Klang unserer Stimme oder unserer Körperhaltung bzw. -bewegung ablesen. Das kennst Du sicher, wenn Du jetzt an Deinen Chef, Deinen besten Freund oder Deinen Partner denkst. 😉

Die Bedeutung Deiner Kommunikation ist die Reaktion, die darauf erhälst

Andere Menschen empfangen, was wir sagen und tun, gefiltert durch ihre eigenen mentalen Landkarten von der Welt. Wenn bei Deinem Gegenüber etwas anderes ankommt, als Du gemeint hast, so ist das Deine Chance wahrzunehmen, wie Du kommunzierst und zu welchem Ergebnis es bei Deinem Gesprächspartner führt. Wenn Du also darauf achtest, wie Deine Kommunikation empfangen wird, dann kannst Du sie der Situation entsprechend anpassen, und somit erreichen, das sie klarer vom Anderen verstanden wird.

Jedes Verhalten hat eine positive Absicht

Es mag vielleicht nicht jedem klar erscheinen, aber es ist tatsächlich so. Selbst beim schmerzhaftesten, gedankenlosesten oder noch so schädlichsten Verhalten lag in einer Situation, in der sie ursprünglich entstanden ist, eine positive Absicht zugrunde.
So wird beim Schreien z.B. der Wunsch nach Anerkennung ausgedrückt, oder das Schlagen dient der Abwehr von Gefahren. Sich-Verstecken dient im Allgemeinen dazu, sich sicherer zu fühlen und das Ausweichen in bestimmten Momenten mag gerne mal als Schutzfunktion dienen, um etwas nicht wahrhaben zu wollen.
Statt solche Handlungsweisen stillschweigend zu übersehen, oder zu verdammen, können wir sie von der positiven Absicht einer Person trennen. Das eröffnet uns die Möglichkeit, neue, der aktuellen Situation angepaßten positiveren Handlungen zu entwickeln, die den gleichen Zweck erfüllen.

Jede Entscheidung, die ein Mensch trifft, ist die beste, die er zu diesem Zeitpunkt treffen konnte

Jeder von uns hat seine ganz persönliche Geschichte. Alleine das ist schon ein Hinweis darauf, das meine Interpretation einer Geschichte eine andere sein mag, als die meines Gegenübers. Im Laufe dieser Geschichte lernen wir alle, was wir tun können und wie wir es tun können, was wir wollen und was wir nicht wollen, was wir sollten, und was wir nicht sollten. Jeder legt für sich fest, was er wertschätzt und was nicht, und wie und was wir lernen wollen. Dies ist unsere Erfahrung aus der wir alle unsere Entschiedungen ableiten – bis wir neue, bessere Entscheidungsmöglichkeiten zur Verfügung haben.

Wenn das, was Du tust, nicht zu gewünschten Ergebnis führt, dann probiere irgend etwas anderes

“Die reinst Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu belassen und zu hoffen, das sich etwas ändert.”
Welch weise Worte, die bereits der berühmte Physiker Albert Einstein da einmal formuliert hat. Es bedeutet, wenn Du tust, was Du schon immer getan hast, wirst Du immer nur das Ergebnis erzielen, das Du schon kennst.
Wenn Du etwas Neues erreichen willst, dann ist es unabdingbar auch etwas Neues zu tun und damit ein anderes Verhalten, andere Gedanken und andere Gefühle zu entwickeln. Daraus läßt sich dann auch wunderbar die nächste “heimliche” Grundannahme des NLP abzuleiten.

Es gibt immer mehr als eine Möglichkeit

Selbst wenn Du denkst, es gibt nur eine Möglichkeit, um zu einem bestimmten Ergebnis zu gelangen, wirst Du doch feststellen müssen, das es meist mehrere Wege zum Ziel gibt. Wie oben schon einmal erwähnt, gibt es viele Weg nach Rom. Das einfachste Beispiel ist Dein Heimweg…! Du kannst ihn z.B. zu Fuss, mit dem Auto, Bus oder Bahn zurücklegen und es gibt mit Sicherheit mehr als eine Möglichkeit in Deinen Wohnraum zu gelangen…anstatt, wie üblich, die Tür zu nehmen könnte man auch durch die Terassentür oder das Fenster einsteigen. Das mag im ersten Moment sogar verrückt erscheinen, aber es führt doch zum Ziel, nämlich nach Hause.
Es überrascht mich immer wieder, wieviele Wege mein Gehirn zum Ziel finden kann, wenn ich mir ein paar Minuten Zeit dafür nehme und mal alle (gedanklichen) Barrieren fallen lasse. Und eine weitere Erkenntnis konnte ich für mich daraus aich ableiten.
Je mehr Wahlmöglichkeiten ich habe, desto flexibler werde ich. So lassen sich selbst scheinbar unlösbare Probleme bereinigen und ich stelle oft fest, das es nur meine Vorstellung von etwas war, das mich aufgehalten hatte.

Damit sind die wichtigsten Grundannahmen des NLP nun aufgeführt, auf deren Basis meine Arbeit beruht. Wenn Du all diese Annahmen verinnerlicht hast und für Dich und Deine Umwelt berücksichtigst, dann wird das Leben für Dich wesentlich einfacher sein. Du kommunzierst jetzt einfach anders und das Verständnis für Dich und für die Menschen in Deiner Umgebung wächst enorm.

Und wie heißt es doch so schön: “Dein Wissen bringt Dich von A nach B, Deine Vorstellungskraft bringt Dich überall hin.” 🙂

Quellenverweis:
https://de.wikipedia.org/wiki/Neuro-Linguistisches_Programmieren